Methodik
Wie Veniora Beschäftigungsdaten und KI-Forschung regional verbindet
Veniora verbindet die regionale Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mit der beruflichen Einstufung der International Labour Organization. Da beide Quellen unterschiedliche Berufsklassifikationen und Detailstufen verwenden, werden sie über den amtlichen Umsteigeschlüssel und eine dokumentierte regionale Zuordnungslogik zusammengeführt.
Das Ergebnis ist keine Prognose über Arbeitsplätze, sondern eine nachvollziehbare Einordnung der heutigen Beschäftigungsstruktur eines Kreises nach der technischen Berührbarkeit ihrer Tätigkeiten durch generative KI.
Methodik im Überblick
Die Analyse verbindet zwei unabhängige Quellen: die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit und die berufliche Einstufung der International Labour Organization. Vier Schritte führen von diesen Beständen zu der Aussage, die auf einer Kreisseite steht.
- Beschäftigungsstruktur erfassenDie Bundesagentur für Arbeit weist für jeden Kreis aus, wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den einzelnen Berufsgruppen und Anforderungsniveaus arbeiten. Diese Zahlen bilden die regionale Grundlage; sie werden unverändert übernommen, einschließlich der amtlichen Rundung auf Zehner.
- KI-Einstufung zuordnenDie ILO bewertet Berufe danach, in welchem Umfang ihre Tätigkeiten durch generative KI technisch ausführbar wären. Da die Studie die internationale Klassifikation ISCO-08 verwendet, die deutsche Statistik jedoch die KldB 2010, werden beide Systeme über den amtlichen Umsteigeschlüssel verbunden — unverändert in der veröffentlichten Fassung.
- Regionale Auflösung ergänzenDie Kreisstatistik weist Berufsgruppen gröber aus, als die Einstufung sie benötigt. In diesen Fällen wird die feinere Berufsstruktur des Bundeslandes herangezogen, in dem der Kreis liegt. Die Beschäftigtenzahl des Kreises bleibt dabei unverändert; verteilt wird ausschließlich innerhalb einer Gruppe.
- Belastbarkeit sichtbar machenEine Einordnung wird nur ausgewiesen, wenn die Daten sie tragen. Direkt ausgewiesene Zahlen, regionale Ableitungen und nicht auflösbare Fälle bleiben unterscheidbar. Die bundesweite Berufsstruktur dient dabei ausschließlich der Kontrolle der regionalen Zuordnung und ersetzt sie nicht.
Damit ist die Grundlogik beschrieben. Die folgenden Abschnitte dokumentieren Datenquellen, Klassifikationen, Zuordnungsregeln, Unsicherheiten und Validierung im Einzelnen.
Von der Beschäftigtenzahl zur Einordnung
Dieselben sieben Schritte, diesmal als Weg der Daten. Links der Hauptweg, rechts die Kontrolle.
Kreis
Beschäftigte nach Berufsgruppe und Qualifikationsebene
Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Fein genug
Die Kreiszahl lässt sich direkt einer Tätigkeit zuordnen.
→ direkt
Zu grob
Die feinere Verteilung kommt aus dem eigenen Bundesland. Die Kreissumme bleibt bindend.
→ regional abgeleitet
Übersetzung der Berufssystematik
Deutsche Klassifikation → internationale Systematik
amtlicher Umsteigeschlüssel, unverändert angewendet
Einstufung
Wie stark KI die Tätigkeiten eines Berufs berühren kann
ILO Working Paper 140 (2025)
Kreisseite
Jede Zahl trägt ihre Herkunft: direkt, regional abgeleitet oder nicht fein auflösbar.
Datenquellen und Verantwortlichkeiten
Drei Beteiligte, drei klar getrennte Beiträge. Diese Trennung ist wichtig, weil sonst der Eindruck entstehen kann, eine amtliche Statistik bewerte die Wirkung von KI. Das tut sie nicht.
Bundesagentur für Arbeit
- Beschäftigtenzahlen je Kreis und Bundesland
- Zuordnung zu Berufsgruppen
- Qualifikationsebenen
- Rundung und Geheimhaltung
Internationale Arbeitsorganisation
- Bewertung der Tätigkeiten je Beruf
- Einstufung der technischen Berührbarkeit
- Belege je Tätigkeit
Veniora
- Verbindung beider Datenwelten
- regionale Ableitung
- Validierung
- Darstellung und Einordnung
Die Bundesagentur für Arbeit trifft keine Aussage darüber, wie stark KI einen Beruf verändert. Sie liefert Beschäftigtenzahlen. Die Einstufung stammt ausschließlich aus der ILO-Studie, die Verbindung beider von Veniora.
Vollständige Dokumentation
Die Einstufung der ILO: Herkunft und Übernahme
Die Quelle
Grundlage ist das ILO Working Paper 140 der Internationalen Arbeitsorganisation, veröffentlicht im Mai 2025 unter dem Titel Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure.
Die Studie misst für Berufe der internationalen Klassifikation ISCO-08, welcher Anteil ihrer Tätigkeiten durch generative KI ausführbar wäre. Sie ist unter Creative Commons BY 4.0 veröffentlicht.
Gmyrek, P., Berg, J., Kamiński, K., Konopczyński, F., Ładna, A., Nafradi, B., Rosłaniec, K., Troszyński, M. 2025. Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure, ILO Working Paper 140 (Genf, ILO). https://doi.org/10.54394/HETP0387
Wie die Werte entstanden sind
Die Autoren gingen von der polnischen Berufsklassifikation aus, die knapp 30.000 einzelne Tätigkeiten beschreibt — etwa zehnmal so viele wie die internationale Systematik. Aus diesem Bestand wurde eine repräsentative Stichprobe von 2.861 Tätigkeiten gezogen.
Diese Tätigkeiten bewerteten 1.640 Berufstätige danach, wie weit generative KI sie übernehmen könnte. Aus 52.558 Einzelbewertungen entstanden Durchschnittswerte je Tätigkeit.
Anschließend prüfte eine Expertengruppe aus ILO, dem polnischen Forschungsinstitut NASK und dem Arbeitsministerium eine Teilmenge von 608 Tätigkeiten und korrigierte, wo nötig. Die Korrekturen waren erheblich: Bei Schweißarbeiten etwa senkten die Fachleute den Wert von 0,43 auf 0,05, weil die Befragten die Grenzen bei körperlicher Arbeit unterschätzt hatten.
Aus diesem geprüften Bestand wurde ein Vorhersagemodell gebildet, das die Werte auf alle Berufe der internationalen Systematik überträgt.
Was der Wert misst — und was nicht
Er beschreibt, welcher Anteil der Tätigkeiten eines Berufs technisch durch generative KI ausführbar wäre.
Er beschreibt nicht:
- was Betriebe tatsächlich einsetzen
- was daraus für Beschäftigung folgt
- Robotik oder Automatisierung körperlicher Arbeit — die Studie betrachtet ausdrücklich nur generative KI
Die Kette lautet: Berührbarkeit ist nicht Einführung. Einführung ist nicht Wirkung.
Die ILO formuliert es selbst so: Die Werte bilden die Obergrenze dessen ab, was betroffen sein könnte, wenn die Technologie vollständig eingesetzt würde. Infrastruktur, Kosten, fehlende Kenntnisse und gesellschaftliche Akzeptanz begrenzen das in der Praxis.
Wie die Werte hierher gelangt sind
Am 4. August 2026 wurde die Anhangtabelle des Papers maschinell ausgelesen — nicht abgeschrieben. Das Auslesen erfolgt per Skript und ist jederzeit wiederholbar.
| Prüfschritt | Ergebnis |
|---|---|
| Ausgelesene Berufe | 427 |
| Davon als exponiert klassifiziert | 112 — die Studie nennt dieselbe Zahl |
| Kategorien aus den veröffentlichten Formeln nachgerechnet | 423 von 427 identisch |
| Abweichungen | 4, alle derselbe Rundungsgrenzfall, als grenznah gekennzeichnet |
Die Quelldatei ist mit Prüfsumme archiviert. Jeder veröffentlichte Datenstand lässt sich damit auf genau die Fassung zurückführen, aus der er stammt.
Abdeckung: Von 420 Berufen in unserem Bestand tragen 411 einen Wert. Die übrigen neun sind Militärberufe und Sammelpositionen, die die Studie nicht führt. Sie bleiben leer — ein fehlender Wert wird nicht ersetzt.
Belege je Tätigkeit
Neben der Einordnung des Berufs steht eine zweite, unabhängige Ebene: einzelne belegte Aussagen zu einzelnen Tätigkeiten, jeweils mit Quelle, Fundstelle und Seitenzahl. Verwendet werden unter anderem Veröffentlichungen der ILO, der OECD, des NBER und der Stanford University.
Beide Schichten sind getrennt zu lesen. Die ILO-Einordnung liegt für nahezu jeden Beruf vor. Tätigkeitsbelege liegen nur dort vor, wo es sie gibt. Ein Beruf kann eine Einordnung haben, ohne dass zu seinen Tätigkeiten belegte Einzelaussagen vorliegen. Wo keine Belege vorliegen, bleibt die Stelle leer.
Von der ILO-Kategorie zur Anzeigestufe
Übernahme der ILO-Klassifikation
Die Grenzen zwischen den Stufen sind nicht von uns gesetzt. Wir übernehmen die Klassifikation der Quellstudie unverändert.
Die ILO unterscheidet sechs Kategorien. Sie ergeben sich aus zwei Größen: dem Durchschnittswert aller Tätigkeiten eines Berufs und der Streuung zwischen ihnen.
| ILO-Kategorie | Bedeutung |
|---|---|
| Gradient 4 | höchste Exposition, gleichmäßig über alle Tätigkeiten |
| Gradient 3 | deutliche Exposition bei unterschiedlichen Tätigkeiten |
| Gradient 2 | mittlere Exposition, ungleich verteilt |
| Gradient 1 | niedrige Exposition, aber einzelne stark berührte Tätigkeiten |
| Minimal Exposure | geringe Exposition, einzelne Tätigkeiten mittelmäßig berührbar |
| Not Exposed | keine erkennbare Berührbarkeit |
Warum die Streuung mitzählt
Zwei Berufe mit gleichem Durchschnitt können in verschiedenen Kategorien landen. Das ist gewollt: Ein Beruf, dessen Tätigkeiten alle ähnlich bewertet sind, verhält sich anders als einer, in dem sich sehr berührbare und gar nicht berührbare Tätigkeiten mischen.
Deshalb lässt sich die Einordnung nicht aus einer einzelnen Zahl ablesen — und deshalb zeigen wir keine einzelne Kennzahl je Region.
Was auf der Kreisseite steht
Die sechs Kategorien der ILO fassen wir zu drei Anzeigestufen zusammen. Auch das ist keine eigene Setzung: Die ILO selbst rechnet ihre vier Gradienten zu einer Gruppe zusammen — daraus stammt ihre bekannte Aussage, dass weltweit etwa jeder vierte Beschäftigte in einem exponierten Beruf arbeitet.
| Anzeigestufe | Enthält |
|---|---|
| betroffen | Gradient 1 bis 4 |
| gering betroffen | Minimal Exposure |
| nicht betroffen | Not Exposed |
Die vollständige ILO-Kategorie steht jeweils in den Details.
Grenzfälle
Die Studie führt ihre Werte mit zwei Nachkommastellen, hat aber mit den ungerundeten Werten klassifiziert. Bei vier Berufen liegt der Wert deshalb rechnerisch genau auf der Schwelle.
Diese Berufe sind als grenznah gekennzeichnet. Maßgeblich bleibt immer die veröffentlichte Kategorie — wir korrigieren nichts, wir machen die Unschärfe sichtbar.
Wie der Balken auf der Kreisseite entsteht
Eingestuft wird die Berufsgruppe, gezählt werden Beschäftigte.
je Berufsgruppe: ILO-Kategorie → Anzeigestufe
je Anzeigestufe: Summe der Beschäftigten aller Gruppen dieser Stufe
Balken: Anteil an allen Beschäftigten des KreisesAusdrücklich nicht: die Werte eines Kreises mitteln und den Kreis danach einstufen. Das ergäbe eine einzelne Kennzahl, die Struktur verdeckt statt sie zu zeigen.
Ebenfalls nicht: Werte summieren. Ein Beruf ist nicht stärker verändert, weil mehr seiner Tätigkeiten beschrieben sind.
Vier Zustände ohne Stufe
| Zustand | Ursache |
|---|---|
| nicht ausweisbar | Zelle von der Statistik gesperrt, kleine Fallzahl |
| nicht eindeutig zuordenbar | mehrdeutige Zuordnung deutscher zu internationaler Systematik |
| kein Wert vorhanden | Beruf in der Studie nicht enthalten |
| eingeschränkt ausweisbar | Kreis erreicht die Mindestabdeckung nicht |
Im Balken erscheinen diese gemeinsam als „ohne Aussage“, aufgeschlüsselt in der Tabelle darunter. Geschätzt wird in keinem dieser Fälle.
Verbindung von KldB 2010 und ISCO-08
Warum zwei Systeme verbunden werden
Die Beschäftigtenzahlen der Kreise stammen aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Sie werden nach der deutschen Klassifikation der Berufe gezählt. Die Einordnung der Berührbarkeit hängt dagegen an der internationalen Berufsklassifikation ISCO-08 — dort liegen die Werte der ILO-Studie und die Belege je Tätigkeit.
Verbunden werden beide Systeme durch den amtliche Umsteigeschlüssel der Bundesagentur. Wir bauen keine eigene Übersetzung; wir übernehmen die amtliche — einschließlich ihrer dokumentierten Grenzen. Die Bundesagentur selbst schreibt dazu:
„Der bisherige Umsteigeschlüssel zur ISCO-08 wurde lediglich hinsichtlich der neuen bzw. geänderten Berufsgattungen der überarbeiteten Fassung angepasst.“
„Umsteigeschlüssel sind oftmals nicht eindeutig; Kennzeichnung und mögliche Alternativen stehen in der Tabelle selbst.“
Der zweite Satz ist entscheidend: Die Mehrdeutigkeit der Übersetzung ist kein Mangel dieser Auswertung, sondern eine dokumentierte Eigenschaft des amtlichen Materials. Der Schlüssel kennzeichnet selbst, welche Zuordnungen eindeutig sind, und nummeriert bei mehrdeutigen die Alternativen. Wir übernehmen diese Kennzeichnung und leiten keine eigene her.
Die richtige Fassung
Die deutsche Berufsklassifikation existiert in zwei Fassungen; die Beschäftigtenzahlen folgen seit dem Berichtsjahr 2021 der überarbeiteten Fassung 2020. Ein Schlüssel der falschen Fassung würde plausible, aber teilweise falsche Zuordnungen liefern — ein Fehler, der ohne Prüfung unbemerkt bliebe. Die verwendete Datei wurde deshalb dreifach geprüft: am Titel und Erstellungsdatum, an der Zählung der Berufsgattungen (1.300 — exakt der amtliche Umfang der Fassung 2020, gegenüber 1.286 in der ersten Fassung) und am vollständigen Vergleich mit der älteren Ausgabe, der sich Position für Position mit der amtlichen Änderungsdokumentation deckt.
Die Prüfung läuft bei jeder Erzeugung der Daten: Weicht eine künftige Datei in Titel, Umfang oder Struktur ab, bricht die Verarbeitung ab und meldet dies — statt stillschweigend weiterzurechnen.
Nichts wird aufgeteilt
Zeigt eine deutsche Berufseinheit auf mehrere internationale Rollen, verteilen wir ihre Beschäftigten nicht auf diese Rollen — weder nach Mehrheit noch nach Schwerpunkt. Eine selbst erzeugte Verteilung sähe genauer aus, als sie ist. Jede Einheit fällt stattdessen in genau eine von vier Klassen:
| Klasse | Bedeutung |
|---|---|
| A — eindeutig | alle Berufsgattungen der Einheit zeigen auf dieselbe internationale Rolle |
| B — mehrdeutig, eine Hauptgruppe | mehrere Rollen, aber alle in derselben internationalen Hauptgruppe |
| C — mehrdeutig, hauptgruppenübergreifend | mehrere Rollen in verschiedenen Hauptgruppen |
| D — nicht auflösbar | keine Zuordnung, oder keine der Rollen existiert im Bestand |
Wie viel Eindeutigkeit möglich ist, hängt an der Gliederungstiefe. Je feiner die Ebene, desto häufiger zeigt eine Einheit auf genau eine Rolle:
| Ebene | Eindeutig zuordenbar |
|---|---|
| Berufsgruppen (dreistellig) | 13 von 144 eindeutig |
| Berufsuntergruppen (vierstellig) | 339 von 702 eindeutig |
| Berufsgattungen (fünfstellig) | 1.136 von 1.300 eindeutig |
Die Zuordnung ist deshalb für alle drei Ebenen vorbereitet. Welche davon die Kreisseiten tragen wird, entscheidet sich daran, auf welcher Ebene die Bundesagentur ihre regionalen Zahlen veröffentlicht.
Fünf Aussagetypen
Mehrdeutigkeit in der Zuordnung heißt nicht automatisch Schweigen. Entscheidend ist, ob die Mehrdeutigkeit in der Einstufung ankommt: Zeigt eine Einheit auf zehn Rollen, die alle dieselbe Einstufung tragen, ist die Aussage über ihre Berührbarkeit exakt — ohne dass ein einziger Beschäftigter aufgeteilt würde. Jede Zahl, die eine Kreisseite später zeigt, trägt deshalb per Konstruktion genau einen von fünf Aussagetypen:
| Aussagetyp | Bedeutung |
|---|---|
| exakt | alle Rollen der Einheit tragen dieselbe Einstufung — die Aussage gilt ohne Einschränkung |
| band | die Rollen spannen genau zwei benachbarte Stufen — die Aussage nennt beide |
| schranke | gemischt — belegbar sind kleinste und größte vorkommende Stufe, nicht mehr |
| gesperrt | die Zelle ist von der Statistik gesperrt — an ihrer Stelle steht der Sperrvermerk, kein Wert |
| keine Aussage | keine der Bedingungen ist erfüllbar — der Grund wird genannt |
Die Typen sind Teil der Datenstruktur, nicht der Darstellung: Keine Einstufung kann angezeigt werden, ohne dass ihr Aussagetyp feststeht. „Lieber leer als erfunden“ ist damit eine Eigenschaft des Schemas, keine Frage der Disziplin. Auf der Ebene der Berufsgruppen ist so für 24 von 144 Einheiten eine exakte Aussage möglich, für 49 ein Band aus zwei benachbarten Stufen und für 53 eine belegbare Unter- und Obergrenze; 18 Einheiten bleiben ohne Aussage — in jedem einzelnen Fall, weil sie Rollen enthalten, die die ILO-Studie nicht führt.
Grenzen dieser Zuordnung
Der Schlüssel ist amtlich, aber vorläufig. Die Bundesagentur kennzeichnet ihn als erste Version und hat eine Gesamtüberprüfung angekündigt. Die verwendete Ausgabe ist mit Prüfsumme archiviert; erscheint eine überarbeitete, wird die Fassungsprüfung wiederholt und die Änderung sichtbar ausgewiesen — kein stiller Austausch.
Die Kreisstatistik ist gröber als diese Zuordnung. Sie weist Berufsgruppen aus, nicht einzelne Tätigkeiten. Wie damit umgegangen wird und wie das Verfahren geprüft wurde, steht im folgenden Abschnitt zur regionalen Zuordnung.
Nutzung der BA-Daten
Die Beschäftigtenzahlen stammen aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Für ihre Nutzung gilt der Hinweis der Bundesagentur, den wir wörtlich übernehmen:
„Daten und Tabellen dürfen uneingeschränkt verwendet werden. Informationen dürfen (auch auszugsweise) gespeichert und mit Quellenangabe weitergegeben, vervielfältigt und verbreitet werden. Die Inhalte dürfen nicht verändert oder verfälscht werden. Eigene Berechnungen sind erlaubt, jedoch als solche kenntlich zu machen. Im Fall einer Veröffentlichung im Internet soll dies mit einer Verlinkung auf die Homepage der Statistik der Bundesagentur für Arbeit erfolgen.“
Genau danach verfahren wir: Jede Beschäftigtenzahl trägt die Quellenangabe, alle Auswertungen auf dieser Seite sind als eigene Berechnungen gekennzeichnet, und die Rundung der Bundesagentur — Zahlenwerte werden aus Gründen der statistischen Geheimhaltung auf Vielfache von zehn gerundet — wird übernommen, nicht zurückgerechnet.
Regionale Zuordnung und ihre Validierung
Was die Kreisstatistik ausweist
Für einen einzelnen Kreis veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit nicht jede Tätigkeit einzeln, sondern größere Berufsgruppen — etwa „Verkauf" statt der einzelnen Verkaufstätigkeiten darin. Für die Frage nach der Berührbarkeit ist das oft zu grob: Innerhalb einer Gruppe können Tätigkeiten liegen, die sehr unterschiedlich betroffen sind.
Wo die amtliche Statistik eine Zahl direkt ausweist, zeigen wir sie. Wo sie nur eine übergeordnete Gruppe ausweist, leiten wir die feinere Zahl aus regionalen Daten ab — und kennzeichnen das.
Wie die feinere Zahl entsteht
Was der Kreis nicht fein ausweist, weist sein Land fein aus: Für jedes der sechzehn Bundesländer liegen die Tätigkeiten einzeln vor, jeweils getrennt nach Qualifikationsebene — Datenstand Dezember 2025. Diese beobachtete Verteilung überträgt sich auf die Gruppe im Kreis, und zwar immer aus dem Land, in dem der Kreis tatsächlich liegt: Ein bayerischer Kreis wird mit bayerischen Daten abgeleitet, ein sächsischer mit sächsischen. Welches Land es war, steht auf jeder Kreisseite unter „Herkunft".
Entscheidend dabei: Die Zahl des Kreises bleibt unverändert. Verteilt wird ausschließlich innerhalb einer Gruppe, und nur zwischen den Tätigkeiten, die zu dieser Gruppe und dieser Qualifikationsebene gehören. Es entstehen keine zusätzlichen Beschäftigten, und keine gehen verloren.
Wie das Verfahren geprüft wurde
Ob eine solche Übertragung trägt, lässt sich messen — dort, wo die feine Wahrheit bekannt ist. Für Hessen liegen die einzelnen Tätigkeiten vollständig vor. Wir haben diese Kenntnis künstlich verworfen, die gröbere Ebene der Kreisdaten nachgebildet und die feine Verteilung mit den Daten eines anderen Gebiets — Deutschland insgesamt — wiederhergestellt.
Das Ergebnis hängt davon ab, wie fein man hinsieht — und beide Ebenen wurden getrennt gemessen:
Die siebenstufige Darstellung ist die Aufschlüsselung, die auf den Kreisseiten zu sehen ist: fünf Abstufungen der Berührbarkeit — von nicht betroffen über nicht oder gering, gering und gering oder deutlich bis deutlich betroffen — und zwei Zustände, die keine Abstufung sind, sondern fehlende Evidenz benennen: Stufe ungewiss und keine Einstufung möglich.
- Bei der Validierung der drei Einordnungsstufen führte die Ableitung bei 99,8 % der geprüften Beschäftigten zur gleichen Stufe; die Gegenprobe in umgekehrter Richtung ergab 99,7 %.
- Für die feinere siebenstufige Darstellung, die auf den Kreisseiten zu sehen ist, lag die Übereinstimmung bei 98,3 % beziehungsweise 98,5 %.
Über alle 401 Kreise hinweg führte der Wechsel zwischen den beiden Datengrundlagen in keinem einzigen Fall zu einer anderen der drei Einordnungsstufen. Ein automatischer Test prüft das bei jeder Änderung erneut.
Was nicht abgeleitet wird
Sechs Berufsgruppen fielen bei der Prüfung auf: Dort führte die Übertragung zu einer abweichenden Einordnung — bei fünf schon auf der Ebene der drei Stufen, bei einer erst in der feineren siebenstufigen Darstellung. Sie werden grundsätzlich nicht abgeleitet und bleiben als „nicht fein auflösbar" stehen.
Ebenso unangetastet bleiben Angaben, die die Bundesagentur aus Gründen der statistischen Geheimhaltung zurückhält. Wo eine solche Angabe sich rechnerisch erschließen ließe, verzichten wir auf die Ableitung — eine geschützte Zahl wird nicht über den Umweg unserer Verteilung sichtbar.
Wichtig zum Verständnis der Kennzeichnung: Ob eine Beschäftigtenzahl direkt ausgewiesen oder abgeleitet ist, sagt nichts über die Einordnung der Berührbarkeit. Diese stammt in beiden Fällen unverändert aus dem ILO Working Paper 140. Die Kennzeichnung betrifft allein die Herkunft der Zahl.
Eine Anmerkung zur Sprache: Die Bundesagentur ordnet Beschäftigte nach der ausgeübten Tätigkeit ein, nicht nach dem erlernten Beruf. Wir schreiben deshalb „Beschäftigte in dieser Tätigkeit".
Herkunft der Zuordnung
Auf den Kreisseiten trägt jede Beschäftigtenzahl einen von drei Herkunftszuständen. Sie beschreiben den Weg der Zuordnung, nicht die Qualität der Zahl. „Regional abgeleitet" ist keine schlechtere Beschäftigtenzahl als „direkt" — die Zahl selbst kommt in beiden Fällen aus derselben amtlichen Statistik.
Direkt aus der Kreisstatistik
Bedeutet: Die Kreisdaten sind fein genug, um die Beschäftigten einer bestimmten Tätigkeit zuzuordnen.
Bedeutet nicht: Dass die Zahl genauer wäre als die anderen. Sie ist genauso gerundet wie jede andere BA-Zahl.
Entsteht, wenn eine Berufsgruppe des Kreises nur eine einzige Tätigkeit umfasst.
Regional abgeleitet
Bedeutet: Die Beschäftigtenzahl stammt aus dem Kreis. Für die feinere Aufteilung innerhalb der Berufsgruppe wird die Struktur des eigenen Bundeslandes verwendet.
Bedeutet nicht: Dass die Zahl aus dem Bundesland stammt oder geschätzt wäre. Die Kreissumme bleibt unverändert; verteilt wird nur innerhalb einer Gruppe.
Entsteht, wenn die Kreisstatistik eine Berufsgruppe ausweist, die mehrere Tätigkeiten umfasst.
Nicht fein auflösbar
Bedeutet: Für diese Beschäftigten reichen die vorhandenen Daten nicht, um eine belastbare feinere Zuordnung zu treffen.
Bedeutet nicht: Dass diese Menschen nicht gezählt wären. Sie stehen in der Gesamtzahl des Kreises — nur nicht in der feineren Aufteilung.
Entsteht, wenn auch die Landesstatistik an dieser Stelle zu grob ist oder Werte aus Geheimhaltungsgründen gesperrt sind.
Umgang mit Unsicherheit
Auf den Kreisseiten erscheinen vier Formulierungen, die ähnlich klingen und Verschiedenes meinen. Zwei davon betreffen die Einstufung, zwei die Datenlage.
„gering oder deutlich betroffen"
Bedeutet: Die Berufe dieser Gruppe sind eingestuft — aber nicht alle gleich. Manche gelten als gering, andere als deutlich betroffen. Die Angabe nennt beide Enden.
Bedeutet nicht: „mittelmäßig betroffen". Es wird kein Mittelwert gebildet — das wäre eine Zahl, die niemand gemessen hat.
Warum: Die Gruppe enthält Berufe mit unterschiedlicher Einstufung, und aufgeteilt wird nichts.
„Stufe ungewiss"
Bedeutet: Die Berufe dieser Gruppe sind eingestuft, aber ihre Einstufungen liegen so weit auseinander, dass sich keine gemeinsame Aussage treffen lässt.
Bedeutet nicht: Dass die Forschung keine Einstufung hätte. Die Einstufungen existieren — sie sind nur uneinheitlich.
Warum: Eine Gruppe kann Berufe von „kaum berührt" bis „deutlich berührt" enthalten.
„keine Einstufung möglich"
Bedeutet: Für die Berufe dieser Gruppe liegt in der Studie keine Bewertung vor.
Bedeutet nicht: Dass diese Berufe nicht betroffen wären. Über sie ist schlicht nichts bekannt — das ist etwas anderes als „nicht betroffen".
Warum: Die Studie deckt nicht jeden Beruf der internationalen Systematik ab.
„Zahl nicht fein auflösbar"
Bedeutet: Hier fehlt nicht die Einstufung, sondern die Beschäftigtenzahl auf dieser feinen Ebene.
Bedeutet nicht: Dass der Beruf im Kreis nicht vorkäme. Er steckt in der Gruppenzahl, nur nicht einzeln ausgewiesen.
Warum: Die amtliche Statistik weist auf Kreisebene keine einzelnen Berufe aus, sondern Gruppen.
Technische Dokumentation
Datenstände, Klassifikationsebenen, Ausschlüsse und Prüfverfahren für die Nachrechnung. Die Angaben ergänzen die vorangehenden Abschnitte, sie ersetzen sie nicht.
Datenstände und Quellen im Einzelnen
| Bestandteil | Stand |
|---|---|
| Beschäftigtenzahlen | Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag Januar 2026, Datenstand und Gebietsstand Juli 2026 |
| Landesreihen für die Ableitung | BA-Berufsheft je Bundesland, Datenstand Dezember 2025, 16 Dateien |
| Kontrollreihe | dieselbe Publikation für Deutschland insgesamt |
| Einstufung der Berufe | ILO Working Paper 140, Mai 2025, Table A1, CC BY 4.0 |
| Umsteigeschlüssel | KldB 2010 überarbeitete Fassung 2020 → ISCO-08, amtlich, Stand August 2021 |
| Berufsdaten-Export | Forschungsstand v1.1 vom 06.08.2026, mit Prüfsummen je Datei |
Zu jeder Rohdatei liegen Prüfsumme, Wiederhol-URL und Nutzungshinweis im Manifest des Projekts. Die Auswertung enthält keine Zufallsbestandteile: Zwei Läufe auf demselben Stand liefern identische Dateien.
Klassifikationen und Ebenen
Die Kreisstatistik weist Berufsgruppen als 3-Steller der KldB 2010 aus, kombiniert mit dem Anforderungsniveau (fünfte Stelle der Berufsgattung: Helfer, Fachkräfte, Spezialisten, Experten). Eine solche Zelle umfasst alle Berufsgattungen ihrer Gruppe mit dieser Endziffer.
Die Landesreihen sind feiner: Sie weisen 4-Steller je Niveau aus. Genau diese zusätzliche Tiefe wird für die regionale Ableitung genutzt.
Der Umsteigeschlüssel arbeitet auf der Ebene der 5-Steller(Berufsgattungen) und ordnet ihnen ISCO-08-Berufe zu. Aus der Menge der Zuordnungen einer Zelle ergibt sich, ob eine eindeutige Aussage möglich ist.
Bundeslandschlüssel und Kontrolle
Jeder Kreis rechnet mit der Landesreihe seines eigenen Bundeslandes; die Zuordnung folgt den ersten beiden Stellen des amtlichen Gemeindeschlüssels. Die Identität jeder der 16 Landesdateien wird am Inhalt geprüft, nicht am Dateinamen — ein falsch benanntes Heft würde sonst unbemerkt durchlaufen.
Deutschland ist ausschließlich Kontrollschlüssel. Weicht die Landesaussage von der Bundesaussage ab, wird die betroffene Zelle je Kreis festgehalten; maßgeblich bleibt die Landesreihe. Über alle Kreise betrifft das 302 Kreise und 525 Zellen — rund 0,14 Prozent der bundesweiten Beschäftigung.
Diese Abweichungen sind ein dokumentierter regionaler Befund, kein Fehler. Sie werden weder geglättet noch auf den Bundeswert zurückgesetzt.
Ausschlusslisten, Rundung und Geheimhaltung
6 Zellen sind als methodisch instabil von der Ableitung ausgeschlossen: Dort hängt die Kategorie an einer so knappen Mehrheit, dass schon kleinste Verschiebungen sie kippen ließen.
5 Zellen sind gesperrt, weil sich aus ihnen ein von der BA geheimgehaltener Wert rekonstruieren ließe. Eine geschützte Zahl wird nicht über den Umweg unserer Verteilung sichtbar.
Alle BA-Werte sind auf Vielfache von zehn gerundet. Eine 0 bedeutet „unter fünf, auf null gerundet" — nie „niemand". Deshalb gehen Summen sichtbar nicht exakt auf; die Differenz wird auf den Kreisseiten als Rundung ausgewiesen statt stillschweigend verteilt.
Validierung der regionalen Ableitung im Einzelnen
Fremdschlüsseltest. Die feinere Struktur eines Gebiets wurde künstlich verworfen und mit dem Schlüssel eines anderen Gebiets wiederhergestellt. Ergebnis auf den drei Einordnungsstufen: 99,8 Prozent der prüfbaren Beschäftigten erhielten dieselbe Stufe, in der Gegenprobe 99,7 Prozent. Auf der feineren siebenstufigen Darstellung: 98,3 beziehungsweise 98,5 Prozent.
Feinere Auflösung innerhalb eines Berufsfelds. Geprüft wurde, ob sich Zellen ohne eindeutige Stufe weiter auflösen lassen, wenn alle beteiligten Berufe in dasselbe Feld führen. Bedingung für die Anwendung: Beide Schlüssel müssen nutzbar sein und zur selben Kategorie führen.
Regionale Variation oder Instabilität. Für jede Zelle mit Land-Bund-Abweichung wurde der Abstand zur Kippgrenze gemessen. Liegt eine Landesaussage hauchdünn an der Schwelle, ist sie nicht belastbar — unabhängig davon, ob sie zufällig mit dem Bund übereinstimmt.
Zur Einordnung dieser Zahlen: Jede beschreibt einen bestimmten Test auf einer bestimmten Kategorienebene. Keine dieser Quoten ist eine Genauigkeitsangabe für die Analyse insgesamt.
Interne Referenzen der Entwicklungsdokumentation: A5 (Fremdschlüsseltest), A6 (feinere Auflösung), A7 (regionale Variation)
Automatische Prüfungen
Die Auswertung ist durch eine Testsuite abgesichert, die bei jedem Datenstand läuft. Geprüft wird unter anderem, dass jeder Kreis den Schlüssel seines eigenen Bundeslandes verwendet, dass die Bundesreihe nie über eine regionale Zuordnung entscheidet, dass Summen aufgehen, dass keine erfundene Zahl in einem Text steht und dass kein Text die Werte eines anderen Kreises nennt.
Die Tests wurden gegen absichtlich verfälschte Daten geprüft, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich anschlagen — ein Test, der nicht scheitern kann, sichert nichts.
Bekannte Grenzen
- Die Einstufung misst technische Berührbarkeit, nicht den tatsächlichen Einsatz in Betrieben.
- Aus den Werten folgt keine Prognose über Arbeitsplätze — weder für Berufe noch für Regionen.
- Die Übersetzung zwischen zwei Berufssystematiken ist an vielen Stellen nicht eindeutig; wo sie es nicht ist, bleibt die Aussage offen.
- Beschäftigtenzahlen sind Stichtagswerte am Arbeitsort, nicht am Wohnort.
- Die Rundung auf Zehner begrenzt die Genauigkeit besonders in kleinen Kreisen.
- Der Anteil nicht fein auflösbarer Beschäftigung schwankt regional erheblich, weil die Geheimhaltung in kleineren Bundesländern mehr Zellen sperrt.
Methodik-Stand 08.08.2026 · Datenquellen ILO WP140 (2025-05), Table A1, Lizenz CC BY 4.0 · BA-Umsteigeschlüssel KldB 2010 – üF 2020 (Stand 2021-08)